Aktuelles (02.07.2026):
Rede des Werkleiters Hans Hümmer
zum 80. Geburtstag des Verbandsvorsitzenden Manfred Thümmler am 02.07.2026
Unser Jubilar ist ein Pionier der bayerischen Wasserwirtschaft und das nun beinahe 50. Jahre.
Mit diesem Titel „Pionier der bayerischen Wasserwirtschaft“ hat der vormalige bayerische Umweltminister Werner Schnappauf unseren Jubilar charakterisiert.
Dies war bei der Inbetriebnahme der damals modernsten Abwasseranlage Bayerns in Bronn im Jahre 2007, einem Vorzeigeprojekt für die effiziente Nutzung moderner Membranfilter zum Schutz empfindlicher Gewässer in unserem Jurakarst und damit zum Schutz eines der größten Trinkwasservorkommen Nordbayerns.
Manfred Thümmler war auch exakt vor 40 Jahren der Vorreiter eines vorbeugenden Trinkwasserschutzes in Bayern. Um diese unvorstellbare volumengroße Ressource möglichst schadstofffrei zu erhalten, setzte er als erster auf eine enge Kooperation mit der Landwirtschaft.
Sein Verständnis war aber auch unmissverständlich klar, wenn uns die Landwirtschaft eine Leistung erbringt, müssen wir im Interesse eines partnerschaftlichen Miteinanders auch für einen fairen Ausgleich sorgen. Hierfür wurden bisher mehrere Millionen an die Landwirtschaft bezahlt.
Der erzielte Erfolg, dass wir von Menschenhand unberührtes Trinkwasser unseren Menschen liefern können, kann nicht groß genug bewertet und eingestuft werden.
Das ist schöpfungsbewahrend, ressourcenschonend und generationengerecht. Es konnte nur erzielt werden durch Handeln, Tun und Umsetzen.
Deshalb, lieber Manfred, und liebe Gäste, ist der Titel „Pionier der Wasserwirtschaft in Bayern“ vollumfänglich zutreffend, und da ich in der bayerischen Wasserwirtschaft auch in einigen Gremien tätig bin, füge ich hier an: „Die Anzahl solcher Pioniere ist in Bayern leider nicht allzu groß“.
So waren eine ausreichende, qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung und eine effiziente, den Belangen unserer Umwelt Rechnung tragende Abwasserversorgung die Schwerpunkte deiner dreißigjährigen Bürgermeistertätigkeit von 1982 bis 2012 und deiner Verbandsvorsitzendentätigkeit bei der Juragruppe von 1988 bis zum heutigen Tag.
Als Werkleiter der Juragruppe möchte ich zu deinem Engagement bei unserem Wasserversorger anführen, dass wir gerade in Punkten wie Umweltschutz und Klimaresilienz in Bayern vieles bereits abgedeckt, erledigt und auf den Weg gebracht haben, wo andernorts in Bayern erst noch Konzepte zu erstellen sind.
Deine Juragruppe, lieber Manfred, ist in Bayern der Wasserversorger mit der höchsten Investitions-, Netz und Anlagenerneuerungsrate. Alleine in den letzten 10 Jahren haben wir über 53 Mio. € investiert, was durchschnittlich jährlich 5,3 Mio. Investitionssumme bedeutet. Es war in manchen Jahren sogar mehr als der gesamte Landkreis investiert hat.
So ist es schon das eine und andere Mal vorgekommen, dass wir ca. 10 % des gesamten bayerischen jährlichen Fördervolumens im Bereich der Wasserversorgung erhalten haben.
Und das, obwohl wir mit ca. 30.000 zu versorgenden Einwohnern nur ca. 0,24 % Anteil an der bayerischen Bevölkerung mit Wasser beliefern.
Du und wir haben aber immer in großer Dankbarkeit diese Förderspitzenleistung des Freistaates Bayern hervorgehoben, während andere über diesen geschimpft haben.
Viele innovative Ideen entstammen deiner Feder. Neue Finanzierungsformen, Kanalaktie, Optierung zur MwSt im Abwasserbereich, Transparenz durch Eigenbetriebe und Zweckverbände, Abschaffung der Gewerbesteuer als Hauptursache für nicht gleiche Lebensverhältnisse, Untertunnelung der Innenstadt und und und. Es gäbe noch viel mehr anzuführen.
Auch wenn nicht alles 1:1 umgesetzt wurde, haben diese Ideen doch vieles zum Guten verändert.
Ich möchte dir für diese großartige Lebensleistung, heute an deinem 80. Geburtstag, im Namen der Menschen dieser Region, deiner Gäste, von zukünftigen Generationen und meiner selbst, hierfür zusammenfassend übermitteln: Möge es dir der Herrgott vergelten.
Kirche, Schule und Rathaus, das waren deine propagierten Säulen, damit Gemeinschaft, Gesellschaft gepaart mit ehrenamtlichem Engagement gut funktionieren.
Als einer der diesen Weg jetzt über 36 Jahre in kommunalen Vertretungsorganen, mit dir am längsten gehen durfte, resümiere ich, das ist dir hervorragend gelungen.
In Zeiten in denen wir nicht so üppige Finanzmittel zur Verfügung hatten wie heute, konnten viele zukunftsweisende Projekte umgesetzt werden.
Ich erinnere nur an viele Städtebaufördermaßnahmen, Dorferneuerungen, Gebäudesanierungen, neue Gerätehäuser, Straßenbauprojekte, und den Erhalt unseres Krankenhauses. Dies lässt unsere Gemeinschaft gut leben.
Lieber Manfred, in dieser Zeit sind wir auch manchmal im Begegnungsverkehr auf damals engen Straßen kollidiert und zusammengestoßen, was bei uns sichtbar zum Rückgang unserer Haarpracht geführt hat. Aber nachdem du veranlasst hast, breite Trassen zu bauen, sind die Zusammenstöße nahezu ausgeblieben.
Leider ist bei der Säule Kirche und Glaube eine gewisse Entfernung der Menschen zu registrieren. Ich kenne deine Auffassung, die da ist, wo für Glaube und Herrgott keine Gedanken mehr verwendet werden, da ist anscheinend alles erlaubt.
Und so ist mein Fazit aus dieser bewegenden kommunalen Zeit die ich mit dir erleben durfte, in der vieles geschafft und bewegt wurde, dass man mit Respekt und Verständnis, mit größtmöglicher Offenheit und Wahrheit umgegangen ist und dass man auch unterschiedliche Meinungen emotional und kontrovers ausgetragen hat, aber man immer wieder zusammengefunden hat.
Dies ist eben ein Markenzeichen des Jubilars Manfred Thümmler!
Subjektiv vermisse ich diese Attribute oftmals in der aktuellen Kommunalpolitik.
Ja, der Manfred hat seine Bürger, Ratsvertreter und Menschen einzustufen gewusst, schlichtweg alle in ihrem Wesen gekannt.
Ich erinnere mich sehr gut nach der Wende 1992 an eine Stadtratssondersitzung. Honorige Teilnehmer neben dem Stadtrat, vom Präsidenten der Autobahndirektion über den Betriebsdezernenten bis hin zu Planungsfachleuten haben zum Lärmschutz an der BAB 9 bei Trockau, durch Zuführung vieler Flaschen Frankenwein, in sehr gelöster Runde, Fotomontagen zu Lösungsansätzen betrachtetet.
Nachdem die Autobahndirektion diese Fotomontagen nicht mehr auffinden konnte und auch in der Stadtverwaltung Pegnitz der Verbleib unerklärlich blieb hast du mich nach drei Wochen behördlichen Suchens mit den Worten angerufen: „Du Bandit musst die Fotomontagen mitgenommen haben“. Tatsächlich hatte ich diese wirklich versehentlich eingepackt.
Ja, so kannte der Manfred eben alle seine Akteure.
So ist im Job eines Bürgermeisters und Verbandsvorsitzenden eben jede Stunde, jede halbe Stunde, jede Viertelstunde anders. Es ist ein heißes und pulsierendes Leben, von morgens bis in die Nacht hinein, nie allein, immer in der Gemeinschaft von Mitarbeitern, Stadträten, Bürgern, Kritikern, gelegentlich auch Querulanten, aber selten mit der Familie. Ohne Chance zum Rückzug, zur Bequemlichkeit oder zur Resignation. Lieber Manfred, du hast bisher ein hundertprozentiges Leben geführt, wenn ich vereinfacht sagen darf.
Zusammenfassend habe ich bis jetzt noch keinen Bürgermeister wie dich erlebt, der:
• den Humor eines Mainzer Karnevalisten,
• die Urteilsfähigkeit eines Advokaten,
• den sprühenden Geist eines Satirikers,
• die Kraft eines Büffels,
• das Gedächtnis eines Elefanten,
• die Würde eines Bischofs,
• das dicke Fell eines Rhinozeros,
• die Geduld eines Esels und
• die dauernde Hoffnung, es könnte einmal etwas geruhsamer und weniger hektisch werden,
hatte.
Abschließend will ich dir und deiner Frau Sonja an diesem denkwürdigen 80. Geburtstagsjubiläen herzlichste Glück- und Segenswünsche überbringen. Mögen hoffentlich vor euch stehende viele weitere Lebensjahre von Gesundheit, Glück, familiärer Geborgenheit und Gottes reichsten Segen geprägt sein.
Denn nur:
Alte Hunde werden schlapp, alte Quellen werden knapp.
Altes Bier wird fad und lau, alte Bäume werden grau.
Alte Zeiger sieht man kriechen, alten Käse kann man riechen.
Alte Wände haben Flecken, alte Töpfe sind am Lecken.
Alte Hosen kriegen Falten, alte Felsen kriegen Spalten.
Alte Reifen werden platt, alte Linsen werden matt.
Alter Gummi leiert aus, alte Betten frisst die Laus.
Nur bei euch muss ich gestehen, sind die 80. nicht zu sehen!
Herzlichen Glückwunsch.
Glück auf und lasst uns mit deinem Trinkspruch:
„Gesundheit sollst leben“ anstoßen!
Hans Hümmer
Werkleiter
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